Musizieren
Impressum: Verantwortlich im Sinne des §5 TMG ist Dr. Erik Wischnewski. Musik: Thomas Heitmann, yesmusic.
Kontakt: proab@t-online.de Letzte Aktualisierung: 23.05.2022
Diese Website verwendet selbst keine Cookies. Durch Nutzung der Website akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung.
Diese Website verwendet keine Cookies.
Erik und Musizieren? Das kann nicht sein!
Und so ist es auch. In der Hauptschule hatte ich im Singen eine 5. Auf dem Gymnasium erhielt ich in Blockflötespielen eine 4, hatte aber in der Theorie eine 1 bis 2, und somit stand im Zeugnis eine stabile 3. Dann sah ich in der Schaubude im NDR-Fernsehen eine elektro- nische Orgel, ich glaube es war eine Hammond. Später hörte ich auch noch eine Wersi und ich war ganz fasziniert. 1979 kauften wir uns eine Yamaha A55. Meine Frau nahm einmal in der Woche Privatstunde bei einem Orgellehrer (Norbert Schau), der zu uns ins Haus kam. Ich wollte lieber nur so in die Tasten hauen, wie mir der Sinn stand. Noten lesen konnte ich ja und für eine einfache Melodie in C-Dur reichte es, später klappte es dann auch mit F- und G-Dur. Wir bemerkten sehr schnell die Grenzen der kleinen Yamaha und unser Orgellehrer, der im Steinway-Haus in Hamburg ebenfalls unterrichtete und dorthin beste Kontakte hatte, vermittelte uns 1980 eine Eminent Solina F217 zu einem Vorzugspreis bei gleichzeitiger Inzahlungnahme der noch gut erhaltenen Yamaha. Seit 1982 steht die Orgel nun als Schmuckstück im Wohnzimmer unseres neuen Eigenheims in Kaltenkirchen. Gespielt wurde sie kaum noch. Erst 2019 war mir danach, es wieder zu versuchen. Die Orgel streikte. Alles im Inneren war verstaubt, verdreckt und korrodiert, vor allem die Kontakte. Mit viel Spray, Mühe und Geduld kehrte die Orgel allmählich ins Leben zurück. Vor allem musste ich sie täglich spielen, um die Kontakte wieder leitfähig zu bekommen.
Dem Erik die Flötentöne beibringen.
Wo ich nun schon die Blockflöte aus der Schulzeit erwähnte, wo ist die eigentlich? Meine Schwester entdeckte sie tief vergraben irgendwo unter den alten Sachen. Da war sie: die gute Mollenhauer Student mit Tasche und Flöten- wischer aus dem Jahr 1964. Das Labium ist mit einem fettigen Überzug total versifft gewesen, der nur mit einem Messer abgekratzt werden konnte. Ebenso der Block und der Schnabel. Die Labiumkante (Schneide) ist völlig verunstaltet. Der Kork ist derart vertrocknet, dass das Unterstück nicht mehr im Kopfstück Halt findet. Befeuchten des Korks hilft vorübergehend. Anno 2022 nahm ich mir nun vor, auch auf der Blockflöte zu üben. Sowohl Orgelspielen (wie auch Klavier und Flügel) als auch die Flötentöne zu beherrschen, verlangen eine gewisse Fingerfertigkeit und Koordination. Beides müssen kleine Kinder lernen. Für ältere Menschen ist es eine Möglichkeit, den Verlust dieser Fähigkeiten durch Alterungsprozesse entgegenzuwirken. Ob die alte Mollenhauer noch ausreichend gestimmt war oder nicht, konnte ich aufgrund zahlreicher Missklänge wegen unge- nauer Fingerpositionen nicht feststellen. Sicherheitshalber kaufte ich mir eine neue Sopranflöte, dieses Mal von Moeck, da ich unbe- dingt eine in Ahorn natur haben wollte. Ich entschied mich für die Einlochvariante mit deutscher Griffweise. Die Moeck-Flöte ist auf 442 Hz gestimmt. Meine Frau meint, die Flöten klängen sehr piepsig. Das sei bei unseren Ekelinnen so und auch bei mir. Darauf bin ich nicht eingegangen, aber bei meinem spielerischen Versuch, beide Flöten gleichzeitig zu spielen, vernahmen wir einen wundervollen Klang, der auch meiner Frau gefiel. Leider ist mein Mund nicht breit genug, und außerdem habe ich keine vier Hände. Aber als Duo oder in der Gruppe muss das ganz toll klingen.
Eminent Solina F217
links: Mollenhauer Student rechts: Moeck Flauto Rondo
Ich fasse zusammen: Meine Spielkünste sind nach wie vor von der Qualität ›unter der Dusche‹ und nicht für die Ohren meiner Mitmenschen geeignet. Aber mir macht das tägliche ›in die Tasten hauen‹ und ›ins Rohr blasen‹ Spaß. Solange meine Frau das Musikstück erkennt und mir schmeichelt, es hätte sich gut angehört, solange bin ich glücklich. Ganz nach dem Motto: Schön muss es nicht sein, aber laut.