Tipps für die Praxis
Impressum: Verantwortlich im Sinne des §5 TMG ist Dr. Erik Wischnewski. Musik: Thomas Heitmann, yesmusic.
Kontakt: proab@t-online.de Letzte Aktualisierung: 24.07.2021
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Scheinerblende
Zur besseren Fokussierung (Scharfeinstellung) ist die Verwendung einer Scheinerblende (Hartmannblende) sehr nützlich. Man nehme 4 mm Sperrholz und säge eine runde Scheiben aus, die ca. 20 mm mehr Durchmesser als die Taukappe besitzt. Nun sägt man 2 oder 3 Löcher mit etwa 30-35% des Objektivdurchmesser hinein und zwar so, dass sie möglichst weit auseinander liegen, aber noch innerhalb der zentrale Objektivfläche (man beachte, dass der Tubus größer ist). Für meinen 15 cm Refraktor habe ich mich für 3 Löcher zu je 5 cm entschieden, wobei es überhaupt nicht auf den mm-genauen Durchmesser und nicht einmal auf die genaue Lage oder kreisrunde Form ankommt. Im exakt fokussiertem Fall erhält man trotz der drei Öffnungen ein einziges Beugungsscheibchen, im defokussierten Fall aber drei Beugungsscheibchen, die um so weiter auseinander lie- gen, je stärker die Abweichung vom exakten Fokus ist. Da die effek- tive Objektivfläche in meinem Fall nur noch 33 % beträgt, muss ich 1.2 mag Helligkeitsverlust in Kauf nehmen – aber nur bei der Fokus- sierung, denn bei der Photographie selbst wird die Scheinerblende ja zuvor wieder entfernt. Im Deep-Sky-Bereich hat man häufig Ob- jekte, die ohnehin schon an der visuellen Helligkeitsgrenze liegen (oder darunter) – da nützt einem die Scheinerblende natürlich nichts. Ansonsten ist sie sehr hilfreich. Da die 2–3 Öffnungen so weit wie möglich außen am Rand der Objektivfläche liegen, hat man nach wie das volle Auflösungsvermögen (theoretisch).
Taukappenheizung mit Wollmütze
Zur Bekämpfung der Betauung der Fernrohroptiken gibt es Heiz- ungen und viele weitere Ideen. Eine Idee der besonderen Art ist der Überzieher aus Wolle, nicht nur für das Objektiv, sondern auch für den Sucher und die Okulare. Das Foto zeigt die Wollmütze für mei- nen Refraktor TS 152/1200. Deutlich erkennbar ist das Loch für den Stecker der Taukappenheizung. Astronomical Bulletin Wischnewski Nr. 10
Bahtinovmaske
Noch besser als eine Scheiner- oder Hartmannblende lässt sich mit der Bahtinovmaske fokussieren. Der Handel hält zahlreiche Varianten und Größen bereit. Aber auch hier lässt sich aus Karton und einem stabilen Papprahmen eine preiswerte Lösung selbst bauen.
Astronomische Beobachtungen
Bekannt ist, dass die Sonne nur in Projektion oder mit einem Objek- tivfilter, niemals aber ausschließlich mit einem Okularfilter beob- achtet werden soll. Deshalb kaufen viele die Sonnenschutzfolie von Baader, wissen aber nun nicht, wie sie diese am Besten zu einem kompletten Sonnenfilter weiterverarbeiten sollen. Eine Idee ist, sich für wenige Euros einen zweiten Objektivdeckel zu beschaffen und in diesem eine zentrale Öffnung zur Aufnahme der Folie zu schneiden. Leider aber sind diese nur schwer erhältlich und so habe ich nach monatelangem Warten nun zum Eigenbau gegriffen. Man nehme 4 mm Sperrholz und säge 2 runde Scheiben aus, die ca. 20 mm mehr Durchmesser als die Taukappe besitzen. Nun habe ich jeweils zen- tral ein Loch von 15 cm entsprechend der Öffnung meines Refrak- tors hineingesägt. Nun habe ich die Taukappe auf eine der Scheiben gestellt und vier keine Rechteckleisten (10 mm * 10 mm * 60 mm) außen auf die Holzscheibe geklebt, angelehnt an die Taukappe. Danach schneide man aus dem Folienblatt eine etwa kreisförmige Fläche von 18 cm Durchmesser aus und lege diese zentral auf die andere Holzscheibe. Nun wird Holzkleber (Ponal) vorsichtig um die Folie auf dem Rand der Holzscheibe verteilt (punktuell und dünn genügt). Die erste Holzscheibe wird nun mit den ›Füßen‹ nach oben darauf gelegt und mit 2-4 kleinen Schraubzwingen fixiert und gepresst.
Barlowlinse
Vielfach wird eine Barlowlinse mit der Bezeichnung 2fach-Barlow- linse angegeben. Dies ist jedoch nicht wörtlich zu nehmen. Der tatsächliche Verstärkungsfaktor ist von der Bauweise des Okulars u.a. Faktoren abhängig. So konnte ich bei meinen Okularen bzw. Kameragehäuse folgende Faktoren am Refraktor TS 152/1200 messen: Baader Genuine Ortho f = 5 mm 2.28 fach Vixen LV f = 7 mm 3.18 fach TS SuperPlössl f = 9 mm 2.02 fach TS Plössl f = 15 mm 2.01 fach Celestron OMNI f = 25 mm 2.06 fach Celestron OMNI f = 40 mm 2.32 fach Canon EOS 300D Gehäuse 2.68 fach Neben dem deutlich höheren Faktor bei den 5 mm und 40 mm Okularen sind vor allem die hohen Faktoren beim 7 mm Okular und bei Fokalaufnahmen mit dem Gehäuse der Canon EOS 300D auffällig.
Filter
Ich besitze mehr oder weniger ein Standardset von Filtern der Fa. Baader. Diese lassen sich kombinieren, wodurch neue interessante Filterungen entstehen. UBV-Photometrie lässt sich mit folgenden Filter gut realisieren: U = Venusfilter (UG 11) B = BG 25 V = VG 6 + GG 495 Die Kombination RG 610 und UV/IR-Sperrfilter ergibt einen sehr breitbandigen Hα-Passfilter (HWB = 100 nm), der für einige Gasnebel interessant sein dürfte.
Gesichtsfeld
Die Formel [scheinbares Gesichtsfeld = wahres Gesichtsfeld * Ver- größerung] ist nur eine Näherung. Genau genommen müsste der Durchmesser der Feldblende, der Tangens und die genaue Linsen- optik berücksichtigt werden. So gibt es Weitwinkelokulare mit star- ker Verzeichnung, die außen also eine größere Brennweite haben als in der Mitte, wodurch ein größeres Blickfeld ›vortäuscht‹ wird. Die nachfolgende Tabelle zeigt wieder meine Messwerte am TS 152/1200, wobei die erste Angabe das wahre Gesichtsfeld ist und die zweite Angabe der Effektivwert, wenn man die o.g. einfache Formel benutzt. Baader Genuine Ortho f = 5 mm 43° 46.4° Vixen LV f = 7 mm 45° 42.9° TS SuperPlössl f = 9 mm 52° 50.7° TS Plössl f = 15 mm 50° 41.1° Celestron OMNI f = 25 mm 52° 46.5° Celestron OMNI f = 40 mm 43° 39.5°
Okulartest
Als ich 2004 meinen 6”-Refraktor gekauft hatte testete ich einige Okulare, die in dieselbe Preisklasse (günstig, aber nicht billig) pass- ten. Getestet wurden: Kasai Ortho 7 mm, Baader Genuine 5 mm + 7 mm, Baader Endiascopie 7.5 mm, Vixen LV 7 mm, TeleskopService 9 mm + 15 mm, Celestron Omni 25 mm + 40 mm. Astronomical Bulletin Wischnewski Nr. 9
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Einstellungen von HDSDR zur Radar-Überwachung und Dokumentation von Meteoren
Die Software HDSDR zeigt standardmäßig die Bereiche RF und AF, bei beiden jeweils einen Wasserfall und ein Spektrum. Für die Überwachung und Dokumentation von Meteoren eignet sich vor allem der AF-Wasserfall, den ich alle 60 Sekunden als Screenshot abspeichere. Um dies optimal durchzuführen, gehe ich wie folgt vor: Strg+S | Standardmäßig sieht der Bildschirmaufbau wie folgt aus: oben RF und unten AF, innerhalb derer der Wasserfall oben und das Spektrum darunter angezeigt wird. Da nur der untere Bereich ausgeblendet werden kann, tauschen wir RF und AF. Nun steht AF oben. Strg+C | Als nächstes blenden wir den nunmehr unteren RF-Teil aus. Rechte Maus | Um den das AF-Spektrums auszublenden, gehen wir mit der Maus auf die Frequenzskala des Wasserfalls und ziehen diese mit gedrückter rechter Maustaste ganz nach unten. W | Diese Einstellung beeinflusst die Geschwindigkeit der vertikalen Zeitachse. Ich stelle hier einen Wert zwischen 5 und 10 (kHz) ein. F7+E | In den Optionen für ›Recording Settings‹ geben wir (nur) den Speicherort für die Screenshots einmal an. Strg+Umschalt+X | Hier stellen wir die Zeit für die periodische Speicherung eines Screenshots ein. Ich gebe für einen Minutentakt 60 (Sek.) ein, womit der Prozess auch gleichzeitig gestartet wird. RBW | Die Auflösung der Bandbreite (resolution band width) setze ich auf 0.7–1.5 Hz. AF Zoom | Den Zoom stellen ich so ein, dass ein Frequenzbereich von 250–300 Hz angezeigt wird. Dann verschiebe ich mit mit gedrückter linker Maustaste die Skala so, dass für GRAVES ca. 1050 Hz und für BRAMS ca. 1340 Hz in der Mitte stehen. AF Speed | Die Geschwindigkeit stelle ich so ein, dass jetzt etwa 60 Sekunden angezeigt werden. AF Helligkeit | Den Schieber für Helligkeit setze ich auf ca. 30 %, so dass gerade eben einige rote Punkte erscheinen. Damit habe ich die höchstmögliche Empfindlichkeit eingestellt, ohne vom Rauschen allzusehr ›erdrückt‹ zu werden. AF Kontrast | Den Schieber für Kontrast setze ich auf ca. 60 %. F11 | Nun wird der gesamte Bildschirm für den AF-Wasserfall verwendet. Dadurch werden nochmals 2–3 Sekunden mehr angezeigt, so dass sich die Screenshots ein wenig überlappen.
GP-Prismenschiene aus dem 3D-Drucker
Für schwere Fernrohre bedarf es Prismenschienen aus Metall, für leichtere Teile, wie ich sie für meine Antennen in der Radioastronomie benutze, genügt eine selbstgedruckte Schiene. Ich verwende PLA+ von Filamentworld und drucke die Füllung mit 25 % – das genügt bereits für eine gute Stabilität. Hier stelle ich meine STL-Dateien zur Verfügung. Wer das Design ändern möchte, findet zusätzlich die Dateien für FreeCAD.
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